Loscher vs. Blogsport: Hurra, es war ein Mißverständnis

Unter anderem durch den Blogeintrag hier auf hackerbrause.de befeuert machte die „Abmahnung“ der Loscher KG gegen den Bloghoster Blogsport aus Berlin heute die Runde. Die Anwaltskanzlei der Brauerei Loscher KG hatte Blogsport per Telefax aufgefordert, die Abbildung eines Plakates auf einem Blog zu entfernen. Dargestellt war ein verfremdetes Club-Mate-Logo, sowie eine Beschreibung zur Herstellung und ein Serviervorschlag von Molotov-Cocktails („Club-Molli“). Weder Blogsport noch der Betreiber des Blogs waren Ersteller oder Vertreiber des Plakats, sondern hatten es lediglich fotografisch dokumentiert.

Nachdem bei hackerbrause.de zunächst ein Boykott erwogen wurde, stellt sich die Lage nun etwas anders dar. Das Problem ist wohl vom Tisch. Sowohl Blogsport als auch die Loscher KG haben Erklärungen zu dem Vorfall abgegeben.
Weitere Details konnte uns der Geschäftsführer von Blogsport, Stefan Strigler, in einem kurzen Telefongespräch nennen. Eine „Abmahnung“ im Sinne einer kostenpflichtigen Abmahnung hat es von Seiten der Anwaltskanzlei streng genommen nicht gegeben. Nichtsdestotrotz gab es eine schriftliche Aufforderung zur Entfernung des Fotos. Um die Lage juristisch nicht weiter eskalieren zu lassen, hatte Blogsport den Betreiber des Blogs zur Entfernung geraten; rein rechtlich hätte die Anwaltskanzelei vor Gericht nach Einschätzung des Juristen von Blogsport vermutlich sehr schlechte Karten gehabt, gegen die fotografische Dokumentation vorzugehen — aber wer will sich wegen solcher Sachen vor Gericht streiten?

Loscher hat die Sache selbst in die Hand genommen und telefonisch gegenüber Blogsport sehr deutlich gemacht, dass die Anwaltskanzlei nie zu einer Abmahnung autorisiert worden ist. Die Anwaltskanzlei wurde von Loscher zurückgerufen und informiert, dass hier ein Missverständnis vorliegt. Blogsport kann sich bis auf weiteres lässig zurücklehnen, eine weitere Eskalation ist vermutlich nicht zu erwarten. In den nächsten Tagen wird eine schriftliche Klarstellung des Anwalts bei Blogsport eingehen, auf die wir natürlich mit Interesse warten.

Auch super: Stefan erhält „zur Entschädigung ein Club-Mate-Fun-Paket“. Unser Neid kennt keine Grenzen.

Insgesamt hat die Angelegenheit aber auch der Hackerbrausencommunity Probleme und eigene verwundbare Stellen aufgezeigt. Über die Anschaffung von strategischen Zick-Zack-Mate-Reserven sollten wir jetzt nachdenken, sollte es zu weiteren Konflikten kommen. Bei der Vorstellung, dass Loscher nicht sofort freundlich eingelenkt hätte, wird einem Angst und Bange — lange wäre es sicher nicht möglich gewesen, einen Club-Mate-Boykott ohne Verluste aufrechtzuerhalten.

5 Gedanken zu „Loscher vs. Blogsport: Hurra, es war ein Mißverständnis“

  1. Juhuuu! baut die Barrikaden ab, holt die Club-Mate-Kisten aus dem Keller, befestigt die Mate-Buttons wieder an der Kleidung und stoniert die „Ersatz“-Mate-Bestellungen!

  2. club mate hätte das ganze auch ohne anwalt lösen können, in dem man sich ganz einfach von dem plakat distanziert. die verbindung mit nem anwalt riecht eben wieder nach den strukturen eines ganz normalen und teilweise verplanten unternehmens das selber mit den ansprüchen der kundschaft an kommunikation nicht zurecht kommt.

    warum man einen anwalt braucht um herauszufinden wer welche bilder macht ist mir momentan nicht ganz plausibel….
    klar ist das plakat selten oberdoof, man zündet doch keine menschen an!

    vielleicht hat dieser vorfall aber auch was positives, nämlich in dem auch mal die unkritische linke szene „zu allem ne meinung aber von nichts ne ahnung“ überprüft ob sie mit ihrem kaufverhalten nicht eventuell dem schon recht nahe kommen was sonst eher der allgemeinheit vorgeworfen wird…..nämlich nur auf das etikett zu schauen und nicht dahinter….

    schmunzelt

    mike

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